IGNM Österreich

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Geschichte

Aus einer Wiener Subkultur heraus entstand die ISCM, die International Society for Contemporary Music mit ihren zahlreichen Ländersektionen in alle Kontinenten ist sie heute die bedeutendste musikkulturelle Gesellschaft der Welt.

Am 11. August 1922 gründeten im Salzburger Cafe Bazar 24 anwesende Komponisten, unter ihnen Webern, Bartok, Hindemith, Honegger, Kodaly, Milhaud, Wellesz – mit ihnen telegraphisch auch Berg, Ravel, Respighi, Schönberg, Strawinsky, damals größtenteils ‚Avantgarde’, heute alle weltberühmt – eine „Internationale Gesellschaft für Neue Musik“. Richard Strauss übernahm das Präsidium des Gründungskomitees.

 

Die Statuten bestimmten die Förderung zeitgenössischer Musik, ohne Rücksicht auf ästhetische Anschauungen, Nationalität, Rasse, Religion, politische Einstellung – sie gelten auch heute in allen Mitgliedsländern.

 

Die Idee verbreitete sich innerhalb weniger Jahre weltweit. Musikfreunde, Künstler aller Arten, Wissenschafter, Philosophen schlossen sich an. 1923 wurde in London ein Dachverband gegründet, es entstand die erste internationale musikkulturelle Gesellschaft der Welt. 

 

IGNM in Österreich: 1938 Auflösung - 1945 Neubeginn

Nach informeller Gründung 1922 in Salzburg, nach offizieller Installierung als ‚Verein’ 1926, Veranstaltung hunderter Konzerte und dreier IGNM-Weltmusikfeste (1923 und 1924 Salzburg, 1932 Wien) wurde die IGNM im März 1938, mitten in ihrer ersten ‚großen Zeit’, von den Nationalsozialisten wegen ihrer ‚suspekten Internationalität’ zwangsweise aufgelöst. Engagierte Mitglieder wie Josef Polnauer, Erwin Ratz, Alfred Schlee und Friedrich Wildgans verbargen, damals bei eigener Lebensgefahr, von der angeordneten Verbrennung bedrohte Original-Partituren und Schriften ‚entarteter’ und jüdischer Komponisten in den Depots der Universal-Edition und im Gebälk einer Wiener Bäckerei.

 

20. April 1945: Acht Tage nach Ende der Kampfhandlungen in Wien, noch vor Kriegsende, nahmen dieselben engagierten Mitglieder die Tätigkeit der IGNM wieder auf. Schon Mitte Mai gab es im von Granaten beschädigten, fensterlosen Wiener Konzerthaus die erste Veranstaltung.

 

Die österreichische IGNM: 

Mit ihrer von Jahr zu Jahr ansteigenden Zahl von Veranstaltungen – 2005 bereits 120 –  mit Programmierungen von Schönberg bis zur neuesten Elektronik, nimmt sie nicht nur hierzulande die führende Position ein, u.a. auch mit eigenen Landessektionen in Kärnten, Oberösterreich, Salzburg.

 

Ziele: Musik-Förderung, Musik-Export, Produktion von Tonträgern

Im Vordergrund der IGNM-Tätigkeiten stehen hauptsächlich Förderungen der neuen Werke heimischer Komponisten und Komponistinnen und deren weltweite Verbreitungen. Ein großer Teil der Konzerte wird vom ORF mitgeschnitten und gesendet, die restlichen sorgfältig aufgezeichnet. Die professionell hergestellten Tonträger und CDs werden laufend an ausländische Rundfunkstationen, Musikverlage und Konzert-Veranstalter versendet – Kenntnis und Akzeptanz heimischer Werke steigen von Jahr zu Jahr, die Tantiemen-Rückflüsse gehen via der hiesigen AKM den Komponisten zu.

 

Zahlreiche ambitionierte, initiative, aktive Mitglieder:

1946 verhalfen hochrangige österreichische Diplomaten, damals auch Vorstands-Mitglieder der Wiener IGNM, dem internationalen IGNM-Dachverband ISCM zur Aufnahme in die UNESCO. 1949 wurde die ISCM zur Mitbegründerin einer weiteren UNESCO-Organisation: »Conseil International de la Musique«. 1960 installierten einige IGNM-Mitglieder in Wien eine lokale Sektion, den »ÖMR – Österreichischer Musikrat«. 1961 initiierten IGNM-Mitglieder ein »Internationales Musikzentrum«. Dieses »IMZ« entwickelte sich unter Ägide der UNESCO alsbald  zur internationalen Schnittstelle für neue Musik-Theater- und Tanz-Events im Audio- und Videobereich. 1971 reformierte Prof. Dr. Franz Eckert, österreichischer Rechtsanwalt, die internationalen Statuten der ISCM. Dr. Eckert ist bis heute ISCM-Vorstandsmitglied, Ehrenmitglied der ISCM und der hiesigen IGNM.

 

Die alljährlichen ISCM- Weltmusikfeste:

Wegen ihrer internationalen Vorrangstellung wurde unter den 57 Mitgliedsländern bisher nur die IGNM Österreich mit der Veranstaltung von gleich sieben der bislang 80 ISCM-Weltmusikfeste beauftragt:

1923, 1924 und 1952 Salzburg

1932 und 1961 Wien

1972 und 1982 Graz

 

IGNM und die östlichen Nachbarländer

Umfangreiche Verbindungen, regelmäßige Gastspiele gab es bis 1938, spärliche von 1946 bis 1948, danach nur mehr ‚politisch Genehmigte’, nur mehr zumeist per Schlafwagen-Schaffner geschmuggelte Noten, Partituren, Tonbänder, Kassetten. 1989, noch vor der ‚Öffnung’, initiierte Wilhelm Zobl neue Verbindungen, realisierte später Lothar Knessl IGNM-KontaktKonzerte – ‚Musik der Nachbarn’ mit ‚im Westen’ und hierzulande noch unbekannten Werken. Seither boomen Kontakte, Gastspiele, Musik-Export. Auf Drängen der österreichischen IGNM wurden die Weltmusikfeste 2003 in Slowenien und 2005 in Kroatien abgehalten.



Videos

Schönberg und die IGNM Teil 1

Schönberg und die IGNM Teil 2

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